Preisverdächtig

PREIS / Für Ihren Big Brother Award sucht der Datenschutzverein Foebud noch Vorschläge.

BIELEFELD. Der Daten-Riese Microsoft hat ihn, die Deutsche Bahn AG und das Rabattkarten-System Payback haben ihn auch: Den Datenschutznegativpreis "Big Brother Award". Jetzt steht die Auszeichnung, mit der der Bielefelder Datenschutzverein Foebud an den Pranger stellt, wo Menschen "durchsichtig" gemacht werden, zur vierten Vergabe. Man darf davon ausgehen, dass es auch in diesem Jahre keinen Preisträger geben wird, der sich die Auszeichnung gerne persönlich abholt.

Die bisher einzige Ausnahme ist der Computer-Riese Microsoft. Das Unternehmen hatte sich der Auszeichnung im vergangenen Jahr in Bielefeld gestellt. Die Bayer AG in Leverkusen hingegen musste es auf ihrer Hauptversammlung vor 3800 Aktionären über sich ergehen lassen, den Preis zu empfangen - weil Auszubildende des Chemie- und Pharma-Konzerns bei Bewerbungen auch eine Urin-Probe abzugeben haben. Zwecks Drogen-Test. Der allerdings sei letztlich Zwang und das Ergebnis von zweifelhafter Aussage urteilte die Jury.

Bis Ende diese Monats lassen sich nun noch Vorschläge nach Bielefeld schicken. Bisher zählt man bei Foebud an die 150 Einsendungen - soviele gab es noch nie. Auch seien die Vorschläge immer ausführlicher: "Mittlerweile bekommen wir detaillierte Zuschriften, fast schon Referate", heißt es. Zum Start seien es zumeist Stichworte gewesen.

Damit die Preisvergabe Hand und Fuß hat, werden alle Vorschläge von Foebud nach-recherchiert. Am 24. Oktober wird der Preis vergeben. (NRZ)

Neue Ruhr Zeitung / Neue Rhein Zeitung, 18. August 2003
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