Big Brother Awards an Microsoft

Für wiederholte Eingriffe in die Privatsphäre ihrer Software-Anwender ist der US-Firma Microsoft am Freitag in Bielefeld der deutsche "Big Brother Award" zuerkannt worden.

Bill Gates "Microsoft erhält den Preis vor allem für seine flächendeckende Einführung von Kontrolltechnologie zum vermeintlichen Schutz von Urheberrechten", sagte Jurymitglied Patrick Goltzsch bei der Bekanntgabe der diesjährigen Träger der Negativ-Auszeichnung.

"Microsoft hat uns labile Betriebssysteme beschert, einem Überfluss an Viren den Boden bereitet und für einen Mangel an Standards gesorgt", betonte Goltzsch.

Neben dem Microsoft-Konzern, der den Hauptpreis erhielt, bekamen sieben weitere Firmen, Institutionen und Politiker den "Big Brother Award". Der Award, der in 14 Ländern vergeben wird und auf George Orwells Roman "1984" zurückgeht, wird seit 1998 verliehen. Mit ihm sollen Verstösse gegen den Datenschutz geahndet werden. Zu den Veranstaltern in Deutschland, wo der Negativ-Preis in diesem Jahr zum dritten Mal vergeben wurde, gehört die Deutsche Vereinigung für Datenschutz.

Die Urteilsbegründung: http://www.bigbrotherawards.de/2002/.life/

//syndikat, 29. Okober 2002
Original: http://www.syndikat.ch/navi4/detail749/