KUNDENKARTEN: RABATT OHNE DATENSCHUTZ

Kaum hatte der Münchner Anbieter Loyalty Partner das Sammeln von Bonuspunkten mit Payback-Karten im März 2000 am Markt eingeführt, gab es auch schon erste Kritiker. Vor allem Daten- und Verbraucherschützer sorgten sich um die Privatsphäre der Kunden. Folge: Die Payback-Karte erhielt den "Big-Brother-Preis 2000". Die Begründung: "Während das gute alte Rabattmarkenheft nur Auskunft darüber gab, fu¨r welchen Betrag ich im Laufe der Zeit eingekauft habe und die Auszahlung anonym erfolgte, ist mit dem modernen System der Transfer ungeheurer Mengen Daten verbunden." Kritisiert wurde die Möglichkeit der Erstellung von Kundenprofilen. Etwa durch das "Erschleichen von Einverständniserklärungen" zur Sammlung, Nutzung und Weitergabe von Daten. Geburtsdatum und E-Mail als Pflichtangaben seien zur Rabattgewährung unnötig. Es sei zudem unklar, was mit den gesammelten Einkaufsdaten am Ende geschehe. (me)

Hamburger Abendblatt, 01. Februar 2002